Pa Naeng Curry mit Hähnchen, grünen Bohnen, Paprika und Erdnüssen neben Jasminreis auf weißem Teller

Pa Naeng: Warum dieses Thai Curry dicker ist als die anderen

Pa Naeng ist das Curry, das am wenigsten nach Suppe aussieht. Die Sauce ist rötlich-braun und sämig, sie liegt auf Fleisch und Gemüse statt darunter. Noch bevor du den Löffel in der Hand hast, riechst du die Erdnüsse.

Auf unserer Karte steht es schlicht als „Thai Curry in Kokosmilch pikant mit Paprika, Bohnen und Erdnüssen“. So liest es sich wie eines von fünf Currys, die sich nur im Gemüse unterscheiden. Der Unterschied liegt aber woanders: in der Paste und in der Konsistenz.

Was ist Pa Naeng für ein Curry?

Im weiteren Sinn ein rotes. Die Paste beruht wie beim roten Curry auf getrockneten roten Chilis, dazu kommen Zitronengras, Galgant, Knoblauch und Schalotten. Für Pa Naeng gehören klassisch geröstete Erdnüsse dazu, außerdem Koriandersamen und Kreuzkümmel. Das macht die Paste nussiger und runder als die rote, von der sie abstammt.

Der zweite Unterschied ist die Kokosmilch. Ein grünes oder rotes Curry ist flüssig, es läuft über den Reis und zieht ein. Pa Naeng ist auf eine sämige Sauce angelegt, die am Reis haften bleibt. Das siehst du, bevor du überhaupt probiert hast.

Pa Naeng Curry mit Reis, daneben die Zutaten einzeln beschriftet: Hähnchenfleisch, Erdnüsse, Paprika, Buschbohnen, rotes Curry, Chili und Fischsauce
Nr. 30: Pa Naeng Thai Curry in Kokosmilch pikant mit Paprika, Bohnen und Erdnüssen

Panang, Phanaeng, Penang: Ist das alles dasselbe Curry?

Ja. Thailändisch hat eine eigene Schrift, und jede Übertragung in lateinische Buchstaben ist eine Annäherung. Panang, Phanaeng, Penang oder eben Pa Naeng: Gemeint ist immer dasselbe Gericht. Wer es aus dem Urlaub oder von einer anderen Karte als Panang Curry kennt, findet es bei uns als Pa Naeng.

Woher der Name kommt, ist nicht geklärt. Oft wird erzählt, er gehe auf die malaysische Insel Penang zurück. Belegt ist das nicht, und das Gericht selbst ist thailändisch.

Warum wird ein Erdnuss-Curry zu Hause oft zur Suppe?

Weil es meistens wie ein rotes Curry gekocht wird: rote Paste aus dem Glas, eine ganze Dose Kokosmilch, zum Schluss ein Löffel Erdnussbutter. Heraus kommt ein dünnes rotes Curry, auf dem der Erdnussgeschmack obenauf liegt, statt in der Sauce zu stecken. Das schmeckt nicht schlecht. Es ist nur ein anderes Gericht.

Der zweite Grund ist Zeit. Eine Sauce, die einkochen soll, braucht jemanden, der am Herd stehen bleibt. Wer nach der Arbeit kocht und Hunger hat, nimmt den Topf vom Feuer, sobald das Fleisch gar ist. Dann ist die Sauce noch Flüssigkeit.

Dazu kommt die Süße. Pa Naeng lebt davon, dass Süße, Salz und Nuss sich die Waage halten und die Schärfe im Hintergrund bleibt. Gesüßte Erdnussbutter kippt dieses Gleichgewicht, und am Ende schmeckt das Curry nach Dessert.

Worin unterscheidet sich ein Thai Curry von einem indischen?

Das Wort Curry führt auf eine falsche Fährte, denn es stammt nicht aus Thailand. Dort heißen diese Gerichte Gaeng. Ein indisches Curry beginnt in der Regel mit trockenen, meist gemahlenen Gewürzen, die in Fett angeröstet werden. Ein thailändisches beginnt mit einer feuchten Paste aus zerstoßenen frischen Zutaten, und diese Paste wird in der Kokosmilch gekocht.

Deshalb schmeckt ein Thai Curry frischer und kräuteriger, ein indisches wärmer und erdiger. In der Pa-Naeng-Paste stecken mit Koriandersamen und Kreuzkümmel zwei Gewürze, die viele eher aus der indischen Küche kennen. Thailändisch bleibt das Gericht trotzdem.

Was ist der Unterschied zwischen Pa Naeng und Gaeng Massaman?

Die beiden werden leicht verwechselt, weil in beiden Erdnüsse stecken. Gaeng Massaman ist gelb, kommt mit Kartoffelstücken und gilt als das mildeste der thailändischen Currys. Seine Geschichte haben wir in einem eigenen Beitrag erzählt: Gaeng Massaman.

Pa Naeng ist rot, und statt Kartoffeln liegen Paprika und Bohnen darin. Wer Kartoffeln im Curry mag, ist beim Massaman richtig. Beide stehen bei uns auf der Karte, beide als pikant ausgewiesen.

Wie scharf ist Pa Naeng?

Es gilt als eines der milderen thailändischen Currys. Erdnüsse und Kokosmilch nehmen der Chili etwas von der Spitze, und die Paste ist auf Würze angelegt, nicht auf Schärfe. Mild heißt in Thailand allerdings nicht, dass keine Chili drin wäre. Auf unserer Karte ist Pa Naeng als pikant ausgewiesen, genau wie die anderen vier Currys.

Was es mit der Schärfe von Chilis überhaupt auf sich hat, steht in unserem Beitrag Chili ist auch eine Paprika.

Welche Thai Currys stehen bei Pi-Nong auf der Karte?

Fünf, und die Karte beschreibt jedes in einer Zeile. Pa Naeng ist das mit Paprika, Bohnen und Erdnüssen, Gaeng Massaman das gelbe mit den Kartoffelstücken. Gaeng Kiow Wan und Gaeng Daeng sind das grüne und das rote Curry, beide mit Paprika, Auberginen, Bambus und Thai-Basilikum. Gaeng Kua ist süßlich-pikant und kommt mit tropischen Früchten, Paprika und Tomaten.

Wenn du Erdnüsse magst, bleiben also zwei zur Auswahl. Wenn du es fruchtig willst, eines.

Mit welchem Fleisch gibt es Pa Naeng bei Pi-Nong?

In Thailand gilt Rindfleisch als die klassische Variante. Bei uns hast du die Wahl zwischen Hühnerfleisch, Rindfleisch und Fisch, dazu knusprige Ente oder knuspriges Hühnerfleisch.

Ohne Fleisch gibt es das Gericht auch: In der veganen Abteilung der Karte steht es noch einmal, mit derselben Beschreibung. Reis ist in allen Fällen dabei, Pa Naeng gehört bei uns zu den Hauptgerichten mit Reis. Gegessen wird mit Löffel und Gabel. Bei einer Sauce, die am Reis haften bleibt, wird schnell klar, warum der Löffel in Thailand das Hauptbesteck ist.

Wo gibt es Pa Naeng in Frankfurt?

Bei uns am Affentorplatz in Sachsenhausen, mit Fleisch, Fisch oder vegan. Am einfachsten bestellst du telefonisch vor: 069 61995666. Wir haben täglich von 11:30 bis 22:00 Uhr geöffnet.

Pi-Nong – Authentische Thai-Küche
Affentorplatz 26, 60594 Frankfurt-Sachsenhausen
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